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Ein fotografisch-kulinarischer Rundgang über den Markt in Chagny, Bourgogne

Ein neuer fotografischer Rundgang aus der Bourgogne,
oder warum der Fotograf endlich Französisch lernen sollte.


Wer mich kennt, weiss, dass ich regelmäßig ins Burgund reise, - in das Häuschen, das mein Vater vor 20 Jahren kaufte, um dort seinen Lebensabend zu verbringen.

Wenn ich dort bin, fällt alles von mir ab, ich bin im "Frankreich-Modus". Bachus und Lukullus lassen grüßen. So auch Anfang September 2013: Markt in Chagny.

Auch wenn ich jedes Mal gerne dort über den Markt geschlendert bin und mich mit den Produkten der Region versorgt habe, hatte ich längst noch nicht alles entdeckt, weder fotografisch noch kulinarisch.
Und das ist gut so..... So habe ich beim diesmaligen Besuch einen Trüffel "gefunden". Oder er mich?!? 

Den Trüffel-Stand kannte ich von früheren Reisen und hatte schon viele Fotos davon.
Alle Trüffel liebevollst aufgebaut und präsentiert, fotogen drapiert. Das war gut immer für mich, den Fotografen.
Die Vorstellung, was man in der Küche daraus zaubern könnte, war Gaumenkino für den kleinen Gourmet in mir. Ich bestaunte also - wie jedes Jahr im Herbst - die Trüffelauslage.... Wollte mich dann eigentlich wie üblich mit der "Beute" eines schönen Fotos begnügen.
Fotos der Trüffelsuche hingen an der rückwärtigen Wand des Standes: der Händler mit seinem Border Collie. Er (der Hund) wühlt Erde auf und sucht Trüffel.

Hund findet Trüffel! Jede Menge!!!
Perfekte Trüffel.
(wen es interessiert: 100 g für 37 EUR)

"Kaufe einen", sagte der Genießer in mir. "Kauf einen", sagte der Fotograf in mir. "Überleg Dir, welch schöne Food Fotografien Du damit machen kannst".
"Kauf keinen, du solltest sparen… hast gerade erst Deine neuen Studioräume bezogen", meldete sich der Buchhalter in meinem Kopf.

Es half alles nix, ich brauchte DEFINITIV einen Trüffel.
Trüffel und Geld wechselten den Besitzer. Ich machte die obligatorischen Fotos vom Stand und hätte gerne noch mit dem Händler gequatscht. Leider mangelte es dann aber doch am Französisch.
Deshalb sollte ich mich endlich aufraffen, Französisch zu lernen!

Meine reizende Begleiterin, die für mich üblicherweise und überall das Dolmetschen übernimmt (bin ich evtl. deshalb so Französisch lernfaul??), befand sich auf eigenständiger Einkaufstour am anderen Ende des Marktes. Sie rief von dort  an und berichtete von ihrem eigenen tollen Fund: Sie habe ein geniales Koch-/Patisserie-Fachgeschäft gefunden, das "Passion Cuisine Chagny", das uns beiden gefallen würde, alles für die Küche und Requisiten für die Foodfotografie (Das wird eine andere Geschichte). Ich solle bitte "unbedingt und sofort" dazu kommen.

Ich also quer über und durch den Markt, durch von Menschenmengen überfüllte Gassen.
Angekommen im Passion Cuisine hatte ich den gerade erworbenen Trüffel vor lauter Menschenmengen-Durchwaten schon wieder vergessen.
Im Gespräch mit der sehr charmant deutsch sprechenden, sympathischen Verkäuferin des "Passion Cuisine" vertieft und mit dem Gefühl:  ich möchte alles haben, was man hier verkauft.
Dachte aber auch: Das wird, verlixt nochmal, ein teurer Abstecher an andere Ende des Marktes, weil ich eben alles haben möchte.
Die Preise sind allerdings durchaus angemessen und ich habe mir das eine oder andere schöne Utensil für die Food Fotografie zugelegt.

Wir schauten und bewunderten die ganzen Küchenhelfer und mit jedem Schritt vor den Regalen stieg er mir mehr in die Nase, der Duft des Trüffels in meiner Markteinkaufstasche.
"Riechst Du, was ich gekauft habe?" fragte  ich meine Begleiterin. "Nein, du weißt, ich habe Schnupfen."
Aber die Verkäuferin roch es sofort, und schon waren wir in einem neuen Gespräch. Logischerweise in einem kulinarischen Gespräch!
Sollte der Trüffel zuerst für Nudeln herhalten, so bin ich doch letztlich dem Tipp der Französin gefolgt, den ich hier sehr gerne weiter gebe:

Trüffel, ganz einfach und ohne Schnickschnack:
Frisches Baguette in Scheiben schneiden und mit Butter bestreichen.
Leicht erwärmen, so dass die Butter schmilzt.
Darauf den Trüffel in dünnen Scheiben hobeln, etwas Salz, ét voilà.
Gute Dinge im Leben können so einfach sein!

 

Autor: Christian Ritter Fotografie Düsseldorf

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